20. Januar 2016
      Peter Alexander Kott
Peter Alexander Kott

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Eine uralte Faszination hat den Tüftler Peter Kott nicht losgelassen. Der gebürtige Hechendorfer hatte sich schon vor Jahren keiner geringeren Aufgabe gewidmet als der Annäherung an einen alten Menschheitstraum: das Perpetuum mobile – laut Definition „eine Maschine oder ein Apparat, die/der ohne äußere Zufuhr von Energie immer in Bewegung ist“.

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Foto Privat

 

Kott, der Dauertüftler vom Starnbergersee hat das Prinzip, vor dem schon Leonardo da Vinci kapitulierte endlich durchbrochen. „Ich habe mich 2 1/2 Jahre Tag & Nacht damit herumgequält“ erzählt er. Er hat geträumt von Zahnriemen, Walzen und von Türen, die sich öffneten, von Apparaten, die liefen und liefen – lauter Perpetua mobiles.

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Fotos ©Caliriko

 

Sand, der in einem trichterartigen Glas durch eine Öffnung rinnt, unaufhaltsam und stetig – das bekannte Sinnbild von der verrinnenden Zeit. Doch Zeit ist nicht nur eine Metapher. Genau wie das Wasser ist er in der Lage, mechanische Arbeit zu verrichten. Bereits die alten Ägypter wussten diese Tatsache beim Bau der Pyramiden zu nutzen, und auch im sogenannten „spielenden Zeitalter“ während des 19.Jahrhunderts feierte die Antriebsform Sand wahre Triumphe, wenn es darum ging, lebloser Materie zumindest für eine gewisse Dauer Bewegung einzuhauchen. Das auf simpler Schwerkraftnutzung fußende Prinzip, feinporigen Sand als Medium für das Takten und Darstellen bestimmter Abläufe zu verwenden, ist denkbar einfach. Wenn es aber darum geht, das damit verbundene physikalische Thema zu variieren und zur regelrechten Kunstform zu erheben, zum philosophischen Diskurs über das „Phänomen Zeit“, wird man wohl keinen berufeneren Praktiker finden als den Peter Alexander Kott.

Der gebürtige Hechendorfer hat sich keiner geringeren Aufgabe gewidmet als der Annäherung an einen alten Menschheitstraum: das Perpetuum mobile – laut Definition „eine Maschine oder ein Apparat, die/der ohne äußere Zufuhr von Energie immer in Bewegung ist“.

 

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Foto:seestylemagazin

 

„Sand war Zufall“, sagt der begnadete Tüftler. Erst hatte Kott „mit Wasser rum geplätschert“, aber es sollte sich bald heraus stellen, dass das feuchte Element als Antriebsenergie immer nur für wenige Sekunden tauglich war. Sand – besser gesagt: Vogelsand zu 99 Cent pro Kilo – war für seine kleinen, zerbrechlichen Kunstwerke aus Sperrholz genau das Richtige. Wer den Geduldsmensch in seiner beengten Ein-Zimmer-Wohnung erleben darf, der ahnt, dass da einer mit geradezu buddhistisch-ruhiger Hand zu Werke gehen muss. Auch der Betrachter der dabei entstandenen Arbeiten wird sofort von einer merkwürdigen Verlangsamung des subjektiven Zeitempfindens erfasst: Die Figuren scheinen entgegen ihrer hölzernen Beschaffenheit eine Art Energiepotenzial zu besitzen, das von magischer Hand jederzeit abgerufen werden kann.

©Thomas Lochte -Münchner Merkur

 

Peter Alexander Kott arbeitet nicht nur an seiner großen Erfindung des Perpetuum Mobile. Er schafft ganz einmalige plastische Miniaturen, wahre Kunstwerke, die auch vom Kunstsammler Buchheim geschätzt wurden.

Mehr darüber bei uns im caliriko-onlinemagazine unter Künstler in Kunst&Fotografie.

©caliriko

 

 

Was ist ein Perpetuum Mobile ?

Perpetuum Mobile? Ein Hirngespinst“, sagt der moderne Mensch. „Ein Spinner, wer sich mit dem Thema noch ernsthaft beschäftigt.“

Technikgeschichtlich ist das Perpetuum Mobile als Konzept hochinteressant, denn es illustriert zugleich das Streben nach Vervollkommnung einer unzulänglichen technischen Idee wie auch die damit einhergehende Entwicklung des Kraft- und Energiebegriffes der Physik. Das Perpetuum Mobile bietet aber auch ein exzellentes Studienobjekt, um den menschlichen Horizont auszuloten

Was ist ein Perpetuum Mobile?

in perpetuum lat. auf immer, auf ewig   – mobilis lat. beweglich, leicht zu bewegen

Ein Perpetuum Mobile ist eine Vorrichtung mechanischer, chemischer oder anderer Natur, die einmal in Betrieb gesetzt, auf Dauer in Betrieb bleibt und wünschenswerterweise zusätzlich Arbeit verrichtet. Nur der natürliche Verschleiß der Bestandteile setzt der dauernden Bewegung ein Ende.

Definition aus Meyers Enzyklopädie von 1896: „[…] im allgemeinen ein Ding, das sich fortwährend bewegt. Jeder Körper muß, wenn er einmal in Bewegung gesetzt ist, in derselben verharren, solang ihn nicht äußere Umstände daran hindern. Ein Pendel würde unaufhörlich schwingen, wenn nicht die Reibung der Luft die lebendige Kraft allmählich aufzehrten […] Da nun aber die erwähnten Hindernisse überall und immer sich geltend machen, so gehört eine Maschine, welche sich ohne Energiezufluß von außen fort und fort bewegt, zu den Unmöglichkeiten.“ (13.Bd. S.680 li.Sp.)

Diese Definition ist nicht vollständig, da sie sich auf das rein mechanisch-technische beschränkt. Die Enzyklopädie Naturwissenschaft und Technik von 1981 ist da deutlich präziser und unterscheidet klar zwischen verschiedenen Bauarten:

„Perpetuum mobile erster Art. Unter einem Perpetuum mobile erster Art versteht man eine Vorrichtung, deren Teile nicht nur dauernd in Bewegung bleiben, sondern die sogar dauernd Arbeit zu leisten vermag, ohne daß von außen Energie (z.B. in Form von Wärme) zugeführt wird, ohne daß sich aber auch der physikalische oder chemische Zustand der an der Vorrichtung beteiligten Stoffe mit der Zeit ändert. Ein Perpetuum mobile erster Art gibt es nicht. Es würde im Widerspruch zum ersten Hauptsatz der Thermodynamik stehen.“ (4.Bd. S.3236, re.Sp.)

„Perpetuum mobile zweiter Art. Unter einem Perpetuum mobile zweiter Art versteht man eine periodisch arbeitende Maschine, die nichts anderes tut, als Wärme in mechanische (oder eine andere) Arbeit zu verwandeln. Ein Perpetuum Mobile zweiter Art gibt es nicht. Es würde im Widerspruch zum zweiten Hauptsatz der Thermodynamik stehen.“ (4.Bd. S.3236, re.Sp.)

Neben den mechanischen Perpetuum Mobiles können auch andere Energieformen zur Herstellung einer solchen Einrichtung verwendet werden, wie z.B. die Ausnutzung thermodynamischer oder elektrischer Effekte.

http://www.hp-gramatke.de/perpetuum/